Plastikfrei Teil 2: Im Bad

Im zweiten Teil der Serie „Plastikfrei in / im“ möchte ich das Bad unter die Lupe nehmen. Achtet man beim Einkauf nicht sonderlich darauf, wird man im Badezimmer viele Produkte finden, die entweder in Plastik verpackt sind, oder Mikroplastik enthalten. Das war bei uns vor zwei Jahren auch noch so. Unser eigenes Umdenken hat damit begonnen, dass wir den Plastik Seifenspender gegen ein Seifenstück ausgetauscht haben.

Warum ist es notwendig, flüssige Seife mit zweifelhaften Zutaten in einen Plastikbehälter zu verpacken, der beim unvorsichtigen Drücken eine viel zu große Menge an Seife hervor befördert? Die Kinder spielen damit und so wird die Seife noch schneller aufgebraucht, nur dass man dann mittels Nachfüllpack (um sich den Kauf eines neuen Spenders zu sparen) neue flüssige Seife in den Spender gibt. Das genau waren damals die Fragen, die mich beschäftigt haben. Dabei gibt es doch eine so einfache Lösung: Ein ganz normales Seifenstück.

Handseife, Haarseife, Spülung, Duschseife – alles am Stück

Mittlerweile verenden wir dort, wo wir noch Seife benötigen, feste Seife am Stück. Handseife an den Waschbecken im Bad und Gäste-WC, meine Frau benutzt Haarshampoo und Spülung in Seifenform. Dass es auch ohne Shampoo oder Haarseife geht, sieht man bei unseren Kindern und mir, denn wir benutzen weder Shampoo noch Haarseife. Der Körper regelt das alleine, wenn man ihn nicht mit irgendwelchem Zeug aus dem Gleichgewicht gebracht hat. Für’s Duschen gibt es Duschseife, als Alternative zum Duschgel.

Links: Luffa-Scheibe und Seifensäckchen. Rechts: Spülung, Oliven-Seife, Haarshampoo.

Die Seifen sind bei uns entweder in einem Seifensäckchen untergebracht, oder in einer wiederverwendbaren Metalldose. Die Seifen an den Waschbecken ruhen auf einem Luffa-Schwamm, der aus einer Pflanze, dem Schwammkürbis, gewonnen wird.

Rasierseife, Festes Deo und Wattestäbchen

Auch beim Rasieren verwenden ich feste Rasierseife, die ich mit einem Rasierpinsel aufschäume. Die Dreiklingen-Rasierer aus Plastik und Metall habe ich gegen einen Rasierhobel eingetauscht. Dieser kommt mit althergebrachten Rasierklingen aus. Man muss etwas üben und die Barthaare dürfen nicht zu lang sein. Hat man die anfänglichen Schwierigkeiten aber hinter sich, klappt das Rasieren bald auch ohne viel Blutverlust.

Ab und zu braucht man vielleicht mal Wattestäbchen. Auch diese gibt es aus Watte und recyceltem Papier bzw. Pappe. Das wenige Deo, das ich benutze, ist ein festes Deo, das ich selbst hergestellt habe. Dazu reichen ein paar wenige Zutaten: Kokosöl, Speisestärke, Natron nach Geschmack ätherische Öle. Das feste Deo wird mit dem Finger wie eine Creme aus dem Glas genommen und unter den Achseln verteilt. Klappt prima und ist ganz natürlich.

Rezept: Zero Waste Deodorant

Das Rezept für das Feste Deo habe ich von der Webseite www.concection.com. Michelle vom Blog Concection hat in dem Beitrag Zero Waste Deodorant vier wichtige Gründe erläutert, warum es sich lohnt, das Deo lieber selber zu machen. Auf dieser Seite ist auch das Rezept zu finden, und mit freundlicher Genehmigung darf ich das Rezept hier wiederholen:

  • 1/3 Kokosöl
  • 1/3 Speisestärke z. B. aus Mais
  • 1/3 Natron
  • Optional: Ein paar Tropfen ätherische Öle

Alles in einem Glasbehälter mixen und fertig. Am besten geht dies, wenn das Kokosöl flüssig oder halbflüssig ist.

Auf dem Bild: Rasierpinsel, Rasierhobel, Festes Deo und Wattestäbchen.

Zahnpflege mit Bambus und Holz

Beim Zähneputzen ist der Verzicht auf Plastik aus unserer Sicht schwieriger zu verwirklichen. Das liegt darin begründet, dass das Putzen mit einer elektrischen Zahnbürste einfacher und gründlicher funktioniert als mit einer normalen Zahnbürste. Da wir beide mit Zahnschäden vorbelastet sind und unseren Kindern das ersparen wollen, benutzen wir elektrische Zahnbürsten, haben aber auch eine Alternative im Einsatz. Zum Beispiel Zahnbürsten aus Bambus, mit Borsten aus Rizinusöl.

Zahnpasta gibt es im Unverpackt Laden in Tablettenform, entweder mit Fluorid oder ohne Fluorid. Die Tabletten nimmt man in den Mund, zerbeißt sie und putzt sich dann damit die Zähne. Man muss sich dran gewöhnen, dass die Zahnpastatablette nicht schäumt. Geschmacklich macht es aber keinen Unterschied und das Gefühl nach dem Putzen ist nicht anders als bei einer Zahnpasta aus der Tube.

Unsere Kinder benutzen alters entsprechende Zahnpasta aus der Tube und wir haben noch eine Sorte, die wir regelmäßig verwenden. Bei der Zahnseide sind wir umgestiegen und verwenden Zahnseide in Glasröhrchen, zu denen es Nachfüllpacks gibt. Diese sind in Papier verpackt, das sich über das Altpapier entsorgen lässt.

Hier zu sehen: Feste Zahnpasta als Tabletten, Zahnseide im Glas und zum Nachfüllen, sowie Zahnpasta aus Bambus und Rizinusöl-Borsten..

Taschentücher und Toilettenpapier

Bei Taschentüchern und Toilettenpapier verwenden wir Recycling-Papier mit Blauem Engel. Dieses wird immerhin aus Altpapier gewonnen. Die Taschentücher kaufen wir im Karton-Pack, das im Altpapier landet, wenn die Tücher aufgebraucht sind. Die Umverpackung vom Toilettenpapier verwenden wir als Müllbeutel in der Küche.

Es gibt auch Toilettenpapier und Taschentücher aus Bambus, außerdem gibt es die Möglichkeit, sich eine komplette Palette Toilettenpapier liefern zu lassen. Und natürlich gibt es Stofftaschentücher anstatt Papier-Taschentücher. Wahrscheinlich ist das die umweltfreundlichste Version.

Mikroplastik in Kosmetik – Naturkosmetik kommt ohne aus

Ein abschließender Punkt, der im Bad noch erwähnt werden muss: Mikroplastik. Bei uns spielt das allerdings keine Rolle mehr. Denn in der Naturkosmetik, die wir verwenden, ist Mikroplastik nicht erlaubt. Bei allen konventionellen Produkten lohnt sich mal der Blick auf die Inhaltsstoffe. Wenn „Polyethylen“ (PE), „Polyamid“ (PA), „Polyethylenterephtalat“ (PET) oder „Polypopylen“ (PP) drauf steht, ist sicher Mikroplastik enthalten.

Kläranlagen können diese mikroskopisch kleinen Partikel nicht vollständig aus dem Abwasser herausfiltern. So gelangt es praktisch ungehindert in die Gewässer und landet schließlich irgendwann in unserem Trinkwasser. Deshalb raten wir: Kaufe in Zukunft keine Produkte mit Mikroplastik mehr.

Ich hoffe, der zweite Teil der Serie „Plastikfrei in / im“ ist eine Inspiration und eine Anregung zum Nachmachen. Wem das noch nicht reicht, möchte vielleicht noch den Teil eins lesen: „Plastikfrei in der Küche“.