Rezept: Sojamilch ohne Reste und ohne Sieben

Sojabohnen haben mitunter einen schlechten Ruf. Ob dieser berechtigt ist oder nicht und wie man aus heimischen Sojabohnen ohne viel Aufwand eine schmackhafte Sojamilch herstellen kann, darüber möchte ich heute schreiben.

„Für Euren Tofu wird der Regenwald abgeholzt“

Wer weniger, oder gar kein Fleisch mehr isst, muss für eine vollwertige Ernährung auf pflanzliches Eiweiß zurückgreifen. Sojabohnen bzw. Produkte wie Tofu oder Tempeh, die aus Sojabohnen hergestellt werden, sind daher sehr beliebte Eiweißquellen. Auch Sojamilch, Soja-Quark oder Soja-Joghurt sind gute Ersatzprodukte ohne tierische Zutaten. Ob diese Produkte schädlich für das Klima bzw. den Regenwald sind, kommt auf die Herkunft der Sojabohnen an.

Fakt ist, dass etwa 80 Prozent des europäischen Bedarfs an Soja importiert wird. Diese Bohnen, die oft gentechnisch verändert sind, wachsen z. B. in Südamerika auf Flächen, die speziell für den Anbau gerodet wurden, bei deren Anbau also Regenwald abgeholzt wurde. Dazu muss aber gesagt werden, dass rund 90 Prozent vom importierten Soja an Tiere verfüttert und der Rest zur Herstellung von Treibstoffen oder Margarine verwendet wird. Nur etwa ein Prozent landet direkt auf unseren Tellern.

Soja aus Deutschland: gentechnikfrei und gut für den Regenwald

Die Gefahr, dass für ein Stück Tofu, oder einen Becher Soja-Quark Regenwald abgeholzt wurde, ist also äußerst gering, wenn nicht sogar fast unmöglich. Wer sicher gehen will, kauft nur Produkte, deren Sojabohnen aus Deutschland stammen. Denn auch hierzulande wird Soja angebaut, mehr noch: Der Sojaanbau nimmt jährlich zu. So ist die Anbaufläche von 2017 zu 2018 um 25 Prozent gewachsen. Außerdem sind diese Sojabohnen garantiert gentechnikfrei.

Die für das Probekochen des heutigen Rezepts verwendeten Sojabohnen aus biologischem Anbau stammen von der Firma jura-alb aus Weißenburg in Bayern. Neben den Sojabohnen werden auch Linsen, Dinkel und Emmer angeboten. Erfreulich ist neben der regionalen Herkunft und dem biologischen Anbau, dass die Verpackung 100 % kompostierbar ist.

Links: Sojabohnen aus Bayern, rechts: Fertige Sojamilch.

Rezept: Sojamilch

Für die Sojamilch werden 100 g Sojabohnen benötigt. Diese werden für mindestens 12 Stunden in Wasser eingeweicht. Anschließend 900 ml Wasser in den Thermomix geben. Wasser aufkochen: 8 min. / 100°C / Stufe 1.

Anschließend Sojabohnen ohne das Aufweichwasser in den Thermomix geben, Gareinsatz oben drauf stellen und bei 90°C / 30 min. / Stufe 2 kochen. Achtung: Bei 100°C schäumt es über.

Nach dem Kochen in zwei Stufen mixen: 30 sec. / Stufe 6. Danach 2,5 min. auf Stufe 10.

Erneut 900 ml Wasser hinzufügen und nochmal 7 min. / 90°C / Stufe 2 kochen. Die Sojamilch muss nicht weiter gesiebt werden, sondern kann sofort abgefüllt, oder z. B. zu Tofu weiterverarbeitet werden.

Es geht auch ohne Thermomix

Wer keinen Thermomix, aber einen Mixer hat, kann trotzdem Sojamilch herstellen. Dazu die Sojabohnen ebenfalls 12 Stunden einweichen. Anschließend im Topf mit 900 ml Wasser 30 – 45 min. kochen.

Bohnen mit der  Flüssigkeit in einen Mixer geben und auf höchster Stufe 3 min. mixen. Vorsicht, wenn es heiß ist!!

Anschließend wieder zurück in den Topf geben, nochmal 900 ml Wasser hinzufügen und weitere 7 min. kochen.

Sollte zu viel von den zermahlenen Sojabohnen enthalten sein, die Flüssigkeit doch noch durch ein Sieb geben.